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McInkompetenz

Es war heute mal wieder ein langer Arbeitstag von der Sorte, an denen man sich zwischendurch auch mal stärken sollte. In Sachen Mittagessen in der Mittagspause bin ich eigentlich recht gut bewandert: Vom fettigen Kantinenessen über den fischigen “Nordsee”-Laden im Bahnhof bis hinzu Burger King ist eigentlich schon alles mal drin gewesen. Besonders letzteres wird bei mir gerne mal aufgesucht, weil ich den Geschmack des Essens – mag es auch noch so ungesund sein – einfach mag und es qualitativ für Fast Food noch recht gut ist. Normalerweise ziehe ich all dem natürlich ein Steakhouse oder einen leckeren Italiener vor – aber da ich wenig Zeit habe, heißt die Devise: Billig und vorallem schnell.

mcdonalds2

Heute war es (leider) anders: Nach langem Schlendern dachte ich mir “Hey, gehst du doch mal wieder zum McDonald’s”. Fragt mich nicht, was mich geritten hat: Der Fakt, dass die nervtötenden “Los Wochos” vorbei sind? Oder eher die Tatsache, dass man stattdessen wieder diese wahnwitzige Monopoly-Sammelaktion ausgegraben hat? Ich weiß es ehrlich nicht, tippe aber eher auf letzteres.

Kaum angekommen trifft mich der Schlag: 3 von 11 möglichen Kassen geöffnet, Schlangen ohne Ende. “Gut, stellste dich eben trotzdem an” sagte ich zu mir. Nach knapp 15 Minuten, die viel zu lange waren (vorallem wenn man Mittagspause und nicht alle Zeit der Welt hat) ging der McWahnsinn erst richtig los. Meine Kassiererin war die absolute “Oberleuchte in Spe” und hat mich erstmal in einer Sprechgeschwindigkeit angeredet, die einem wildgewordenen Frettchen auf Koffein glich:

“Gutntagwswünschnsi?” – “Mitktchupodrmayo?” – “Grsodrklin?”

Aber damit nicht genug: Ich verstehe nicht, wie man an einem klirrend-kalten Wintertag wie heute noch Eiswürfel ins bereits gekühlte Getränk werfen kann. Erkältung ist da doch schon vorprogrammiert. Nun gut. Ich stehe bereits da, mein Hamburger wurde bereits schon sorgfältig aufs Tablett hingeknall… äh, -gelegt, mein Pro-Erkältungsdrink ist auch schon fertig. Es fehlen nur noch die Kartoffelstummel. Ich warte und warte und warte. Meine Osramleuchte ist mittlerweile immer noch nicht da und ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass die Zeit erbarmungslos gegen mich tickt. Ich werde ungeduldig. Dabei werfe ich einen Blick auf die großen Bildertafeln und sehe: Pro McSmall-Menü erhält man 3 von diesen “heißbegehrten” Monopoly-Sammelstickern. Ich schaue auf mein Tablett: 1… 2… wo ist der Dritte? Keine Spur von meinem dritten Monopoly-Sticker, der mir laut Banner zusteht. Mittlerweile beobachte ich andere Mitarbeiter, die ihren Kunden mittlerweile alle Pommes bringen. Ich werde noch ungeduldiger. Wo bleiben meine Pommes??
Nach gefühlten zwei Stunden kam Frau Leuchte mit meinen Pommes Frites in der Hand wieder und begrüßt schon währenddessen die nächsten Kunden. MOMENT. Mein dritter Sticker fehlt ja noch…

“Entschuldigung, sollten bei diesem Menü nicht 3 Sticker dabei sein?”
“Kannichihnnichtsagen…”
“Das steht aber oben auf dem Schild?!”
“Dasweißichnich – weißichnicht…”
“Sie wissen das nicht genau?”
“Kannichihnnichtsagen…”
“Könnten vielleicht jemanden fragen, der sich damit auskennt?”
“Iskeinada – keinagraddadenichfragnkönnt…”
“Keiner da?”
“Iskeinada… weißichnich…”

(Anmerkung der Bloggerin: Die Mitarbeitern war Deutsche und um sie herum standen mindestens 7 Mitarbeiter)

Seit ich neben dem Studium jobbe und viel mit Kunden zu tun habe, steht bei mir der Service an erster Stelle. Ich gebe auch gerne zu, mal die eine oder andere Situation “auszureizen” :P Aber DAS ist wohl wirklich das Inkompetenteste, was ich seit langem erlebt habe.
Gefrustet ging es dann auf Platzsuche und habe erstmal meinen Hamburger reingeschlungen, damit ich keinen großen Zeitverlust habe. Hamburger okay, aber irgendwie hat der auch schonmal besser geschmeckt…
Da ich alleine bin, beobachte ich meine Umgebung, wobei mir ein McDonald’s-Mitarbeiter auffällt, der Tabletts aufräumt und kroatische Volkslieder vor sich hinsingt . “Wow, na das ist aber ein gutgelaunter Angestellter”. Das Stadium hielt nicht lange an: Als zwei Kundinnen ihre Tabletts samt leerem Getränkebecher in die Tablettablage schoben, entpuppte sich der gutgelaunte Mann zu einem bellenden Ungetüm: “Halloooo?!!!!! Die Becher kommen extra! Die Becher kommen EXTRA!!!!!”. Uff. Jetzt muss man als McDonald’s-Kunde schon selbst Mülltrennung betreiben und die Arbeit des Personals übernehmen. Das wäre dann wohl der neue McGarbageyourself-Service. Plötzlich schmeckt mein Hamburger noch schlechter…

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir dann, dass ich erlöst bin und meine Mittagspause sich auch wieder dem Ende neigt. Kurz bevor ich gehen will, bekomme ich noch einen Krawall zwischen meiner Oberleuchte und dem kroatischem Wolf im Schafspelz mit, die sich auf einer Distanz von 10m gegenseitig beleidigen. Jetzt reicht’s. Ich verlasse die Filiale und bin froh, aus McIrrenhaus zu flüchten. Und die Monopoly-Sticker? Die sind auf dem Weg ins Nirvana des städtischen Mülldiensts, da es keine Sofortgewinne waren. Viel Lärm um nichts.

Vielleicht hätte ich einfach sagen müssen “Einmal McInkompetenz zum hier essen, bitte!”. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Nächstes Mal dann doch lieber die Konkurrenz.

Bildquelle: Marcel Klinger / www.pixelio.de