Monatsarchiv: April 2010

Eurovision 2010: Warum Lena Meyer-Landrut tatsächlich den ESC gewinnen könnte

“Love, oh Love…” – Schon seit Tagen habe ich wieder diese Zeile und Melodie im Kopf. Dabei hatte ich eigentlich gedacht, dass “Satellite” gerade mal in den ersten Tagen mir im Kopf herumschwirrt und dann langsam, aber sicher wieder verschwindet – wie so viele andere Pop-, Chart- und Radiosongs eben. Aber nein: Noch Wochen nach ihrem irren Sieg der Castingshow “Unser Star für Oslo” mit Stefan Raab, bei dem sie bei ihrem Siegersong nichts anderes als “Alter Finne!” und “Baby, Baby, Baby” herausbekommen hat, dudelt Satellite weiter und weiter – das Lied nervt immer noch nicht. Mit Lenas Sieg hat die junge Dame regelrecht einen Hype ausgelöst: Medien betiteln Lena als “Fräulein Wunder mit Knuddelfaktor” (WELT). Da wundert es absolut nicht, dass Lena nun Platin für ihre Siegersingle “Satellite” erhalten hat. Lena ist schon jetzt großer Sympathieträger in Deutschland. Doch wie sieht es mit dem Rest Europas aus, den es beim Eurovision Song Contest am 29. Mai in Oslo letztendlich zu überzeugen gilt?

Um es einmal vorweg zu nehmen: Es sieht für Fräulein Meyer-Landrut sicherlich alles andere als schlecht aus, wofür auch diverse Faktoren sprechen. Hier nun einige Gründe, warum Lena dieses Jahr tatsächlich den ESC gewinnen könnte:

#1 – Lena ist bei den internationalen Buchmachern ganz weit vorne
Was wäre ein Eurovision Song Contest ohne das Gewette im Vorfeld, wer letztendlich im Finale die besten Chancen auf den Sieg hat. Nicht immer hatten die Buchmacher in den letzten Jahren Recht, gaben allerdings jedoch gute Trends und Tipps und lagen recht gut, wie der Contest letztendlich platzierungstechnisch ausgesehen würde. Aktuell ist Lena zusammen mit den Beiträgen aus Aserbaidschan und Israel ganz weit oben auf den Wettlisten wie Oddschecker.com und William Hill mit sehr guten Chancen auf Top 10, Top 4 und sogar auf das höchste Siegertreppchen. Online-betting-guide.co.uk betitelt Lenas Beitrag “Satellite” folgenderweise: “This song has a good chance and is at least one of the most original songs in the competition. Reminiscent of Lily Allen and Amy Macdonald, if the Euro Zone get it Lena Meyer and Satellite could well win Eurovision 2010 for Germany.”

#2 – Die Votings der offiziellen Eurovision-Fanclubs bescheinigen Lena eine hohe Platzierung
Jedes Jahr vor dem Contest geben die Mitglieder der internationalen und offiziellen Eurovision-Fanclubs ebenfalls ihre Stimmen für die jeweiligen Beiträge ab. Auf esctoday haben bereits die Fanclubs aud Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Luxembourg, Türkei und Mazedonien abgestimmt. Die Gesamtverteilung: Lena liegt mit Dänemark zusammen auf Platz 1. Die Votings aus Schweden, Norwegen, Zypern und Dänemark stehen noch aus, der Trend sieht aber bereits jetzt schon mehr als gut aus.

#3 – Lenas Video “Satellite” ist der meistgeklickte ESC 2010-Beitrag auf Youtube
Tendenzen für populäre Teilnehmer geben mittlerweile auch die Klickzahlen der jeweiligen Beitragsvideos auf Youtube vor: “Satellite” ist aktuell mit 5.439.223 Aufrufen die ungeschlagene Nummer Eins unter den diesjährigen Teilnehmern. Platz 2 geht an die serbische Balkan-Folklore-Popnummer von Milan Stankovic “Ovo je Balkan” mit gerade 1.289.330 Aufrufen – somit liegen über 4 Millionen Klicks zwischen ihm und unserer Lena. Zum Vergleich: Beim Eurovision Song Contest 2009 waren unter den meistgeklickten Teilnehmern Alexander Rybak, AySel & Arash und Hadise – alle drei Teilnehmer sind letztendlich in den Top 4 gelandet bzw. haben den Contest letztendlich auch gewonnen.

#4 – Die Konkurrenz 2010 ist im Vergleich zu anderen Jahren relativ schwach
Der Eurovision Song Contest 2010 wird sicherlich nicht der stärkste Contest werden: Zu schwach, austauschbar und platt sind die meisten Songs, die wir Ende Mai dann live präsentiert bekommen. Nichts bleibt im Ohr oder reißt vom Hocker. Das ist für Lena Vorteil und Chance genug, da sie sehr authentisch wirkt und somit noch stärker aus der Masse heraussticht. Sicherlich hat Lena den einen oder anderen starken Konkurrenten wie beispielsweise Safura aus Aserbaidschan mit “Drip Drop”, die sich mehrfache amerikanische Unterstützung für ihren Beitrag geholt hat. Mehr zu den stärksten Konkurrenten und wie stark ihre Beiträge wirklich sind, gibt es aber dann in einem anderen Post demnächst an dieser Stelle.

#5 -Internationales positives Echo im Web 2.0
Das Web 2.0 und seine Bedeutung ist in den vergangenen Jahren immens gestiegen: Man kann Teilnehmer schon vorab genau unter die Lupe nehmen und sich im Vorfeld ein Bild über die internationalen Kandidaten machen. Zudem kann man via Internet auch ziemlich Stimmungsmache betreiben – gerade im Falle Lenas klappt das doch recht gut. Man spürt, wenn ein Land hinter einem Teilnehmer steht. Das wollte die Castingshow “Unser Star für Oslo” bezwecken und das hat sie auch geschafft – Der begeisternde Funke kann im Internet schnell auf andere überspringen. Dass dies mit “Satellite” geglückt ist, kann man u. a. auf eurovision.tv, esctoday.com oder auch auf Youtube in den Kommentaren sehr schön nachverfolgen. Unglaublicherweise gibt es reihenweise User aus Großbritannien, Schweden, aber auch osteuropäischen Staaten wie Mazedonien oder auch Kroatien, die in ihren Kommentaren Lena am liebsten die 12 Punkte in die Hand drücken möchten. Vielleicht kein grundlegender Beweis, aber ein positives Anzeichen, dass “Satellite” auch im Ausland funktioniert.

#6 – Die Punkteschieberei wird durch neue ESC-Regelungen eingeschränkt
Was wurde in den letzten Jahren geschimpft: Immer schieben sich osteuropäische Staaten die Punkte zu, westliche Länder und die Geldgeber wie Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland kamen jedoch völlig zu kurz. Seit letztem Jahr hat sich die Punkteverteilung jedoch ein wenig verändert aufgrund des neuen Punkteverteilungsystem aus Televoting und nationaler Jury. Dass sich hier etwas getan hat, beweist die Platzierung von Großbritannien, das schon immer als Sorgenkind des Song Contest galt und sich reihenweise schlechte Platzierungen holte. 2009 bekam jedoch Jade Ewan mit “It’s My Time”, einer recht hübschen Ballade, Punkte en Masse aus wirklich allen Ländern, selbst aus dem Osten Europas. Ergebnis: Platz 5. Das wäre vor der Umstellung schlichtweg unmöglich gewesen. Genau diese Regeländerungen im Voting könnten dieses Jahr auch Lena den Weg zu den oberen Plätzen deutlich erleichtern.

#7 – Lena
Lena könnte den Grand Prix 2010 auch aus einem Grund gewinnen: Weil sie einfach eben Lena ist. Sie verstellt sich nicht, ist süß, jung und sympathisch. Sie braucht keine sexy Kleidchen und Partytänzer um sich herum – ihre “Attitude” ist dabei Accessoire genug. Sie ist einfach anders: Ihre Aussprache, ihre Interpretation ihrer Songs, ihre Körpersprache auf der Bühne, die vielleicht manchmal seltsam-schräg, aber auch verdammt sympathisch herüberkommen. All das ist Lena und genau das ist es, was sie von anderen Teilnehmern extrem abhebt – und genau das ist es auch, was im ESC zählt: Außergewöhnlich und gleichzeitig sympathisch sein. Interessant wird dabei nun ihre Gesamtperformance am 29. Mai in Oslo werden, wobei ich auf eine ähnliche Version tippe, wie sie schon bei “Unser Star für Oslo” oder “Wetten, dass…” gezeigt wurde.

Diese Gründe sprechen durchaus dafür, dass Lena in Oslo Ende Mai sehr gute Karten auf die oberen Plätze, ja, wenn nicht sogar auf einen Sieg hat. Natürlich sind die aufgezeigten Gründe nur Indikatoren und Argumente, warum Fräulein Meyer-Landrut es schaffen könnte, es aber nicht muss. Kritiker gibt es immer, und auch “Satellite” ist ein Song, der nicht nicht Jedermanns Fall ist und sein wird. Und trotz der schwachen Beiträge gibt es ja auch ein paar Konkurrenten, die ebenfalls viel positives Echo im Vorfeld geerntet haben. Wir werden es sehen – jedoch ist Lena ungelogen die erste deutsche Teilnehmerin nach vielen Jahren, der ein Sieg eingeräumt wird. Daher: Daumen Drücken und bis dahin schön “Love, oh Love” in Dauerschleife singen, dann wird alles gut.

Nächster ESC-Post: Lenas schärfste Konkurrenten im Youtube-Test – Von Aprikosenkernen bis Sting-Gitarrenriff-Mopser

Pixar: Die Monster AG 2 kommt 2012 in die Kinos

Während sich Deutschland medial schonmal stark mit Nichtigkeiten einheizt, ob Prollo-Superstar Menowin in der Oliver Pocher Show heute Abend auf Sat 1 auftreten wird oder nicht (kurzum: Wayne!), gibt es von Übersee weitaus wichtigere und großartigere Neuigkeiten – ganz besonders für alle Pixar-Fans: Nach langen Spekulationen wurde auf der gestrigen Pressekonferenz offiziell bekannt gegeben, dass “Die Monster AG 2″ am 16. November 2012 in den amerikanischen Kinos starten wird. Sind das nicht großartige Neuigkeiten?

Für mich zählt “Die Monster AG” zweifelsohne zu den besten Pixarproduktionen: Eine tolle Storyline, unglaublich liebenswerte Charaktere und viel Witz und Charme machen Monstropolis und seine monströsen Einwohner zum schönsten Animationskosmos, der in den Pixarstudios Emeryville das “Licht der Welt erblickte”. Eine Fortsetzung war somit nur eine Frage der Zeit, auch wenn die Zeitspanne vom Kinostart des ersten Teils 2001 bis zum Kinostart des zweiten Teils 2012 etwas groß ist. Spannend ist jetzt nur noch die Geschichte, um die sich die Fortsetzung drehen wird (Masterfrage: Wird Boo auch wieder mit von der Partie sein?) – davon ist offiziell noch nichts bekannt, genauso wenig wie andere Beteiligte, Regisseure, etc. Das wird sich im Laufe der Zeit noch ändern, daher ist obligatorisches “Abwarten und Tee trinken” angesagt.

Interessant wird aber sicherlich der Deutschlandstart von “Die Monster AG 2″ 2012 werden: Derzeit scheint wieder ein riesiger Promiruck durch die “Walt Disney Studios Deutschland” zu gehen, so dass – wie bereits berichtet – “Toy Story 3″ von Bully Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz synchronisiert werden und somit liebgewonnene Synchronsprecher wie Peer Augustinski ersetzen. Bei vielen Fans ist die Neuigkeit auf große Kritik und Empörung gestoßen, wittert man ja schließlich wieder bei dieser Synchronpolitik durch Promibonus höhere Einnahmen zu erzielen. Wird “Die Monster AG 2″ womöglich dasselbe Schicksal treffen? Mit “Der Monster AG” ist meiner Meinung nach eine der besten Synchronisationen gelungen, die selbst das amerikanische Original bei Weitem toppt. Man darf also hoffen und beten, dass 2012 James P. Sullivan und Mike Glotzkowski auch weiterhin von den wunderbaren Herren Reinhard Brock und Ilja Richter gesprochen werden. Sonst schrei ich, und zwar ganz laut. So. Aber bis dahin ist erst einmal Freuen auf den zweiten Teil angesagt. Danke Pixar!

via Sir Donnerbolds Bagatellen

Da trifft sich die Trickfilmszene: 17. Internationales Trickfilmfestival in Stuttgart

Jaja, eigentlich ist Stuttgart absolut kein Dauerbrenner unter den deutschen Großstädten. Nicht sonderlich kosmopolitisches Flair (da helfen auch die paar Starbucksfilialen nicht drüber hinweg), ein bisschen Kultur hier und da, ein wenig Auto, Porsche und Mercedes – ach, und den schönen Schlossplatz gibt es auch noch. Aber da hört es eben auch schon auf.

Doch in einem Punkt KANN Stuttgart durchaus absoluter Dauerbrenner sein: Jedes Jahr im Mai verwandelt sich die gemütliche, schwäbische Landshauptstadt in den Mittelpunkt der internationalen Trickfilmszene. Schon zum 17. Mal findet vom 4. bis 9. Mai 2010 das Internationale Trickfilmfestival statt und erfreut sich immer größerer Beliebtheit – nicht nur unter den Fans und Besuchern, sondern auch unter den zahlreichen bekannten Gästen aus der internationalen Animationsszene. Mittlerweile ist das ITFS nach dem großen Trickfilmfestival im französischen Annecy das zweitgrößte Animationsfilmfestival der Welt. Grund genug, für mich dieses Jahr als Animationsfilmliebhaber live dabei zu sein – schließlich sind dieses Jahr große, interessante Highlights dabei. Ich habe mich letztes Jahr schon grün und blau geärgert: Animationsass Henry Selick (“The Nightmare before Christmas”, “Coraline”) höchstpersönlich gab sich die Ehre – und ich hab es verpasst. Das soll mir dieses Jahr nicht passieren.

Sehr interessant gestaltet sich dabei das Festivalprogramm dieses Jahr, die so manchen Disney-, Pixar- und Simpsons-Liebhaber in wahre Extase versetzen. Hier nun die absoluten Highlights 2010 und kleiner Festivalguide für die vorhergenannten Zielgruppen, bei denen ich sicherlich auch dabei sein werde:

Pixar Lectures


Bob Whitehill: “Visual story telling tools” – Bob Whitehill von Disney-Pixar wird in der Lecture wohl einiges über die visuelle Erzählkunst mithilfe von Farben, Licht und 3D offenbaren. Whitehill ist als Layout Supervisor und Artist in bekannten Animationsfilmen wie u. a. “Toy Story 3″, “Oben”, “WALL-E”, “Cars” und “Der Weg nach El Dorado” zuständig gewesen. Angekündigt sind viele visuelle Beispiele aus Oben und Toy Story 1 + 2, um die Wirkung des “Visual Storytelling” aufzuzeigen. Sicherlich ein Muss für jeden Pixarfan.
Mittwoch, 5. Mai – 20:00 Uhr

Neben der Präsentation Whitehills hält das Festival auch weitere Schmankerl bereit: So gibt es Toy Story 1 + 2 direkt in 3D auf großer Leinwand zu bestaunen – laut vielen Berichten soll dies deutschlandweit einmalig und exklusiv  sein.
Toy Story in 3D – Mittwoch, 5. Mai – 22:00 Uhr
Toy Story 2 in 3D – Donnerstag, 6. Mai – 20:00 Uhr

Disney Lectures


“Küss den Frosch” – Zu den absoluten Must-See-Veranstaltungen des Festivals gehört zweifelsohne die Disney Lecture zu Disneys “Küss den Frosch”, die von keinem geringeren als Bruce Smith gehostet wird. Smith war als Supervising Animator in Disneys Froschkönigversion für den wirklich fabelhaften Bösewicht Dr. Facilier zuständig und wird in dieser Lecture auch sicherlich über die Kreation der Figur sprechen. Auch “Kerchak” aus Tarzan und “Pacha” aus Ein Königreich für ein Lama gehören zu Smiths umfangreichen Credits.
Freitag, 07. Mai – 20:00 Uhr

…und nun sicherlich DAS Schmankerl des diesjährigen Festivals für alle Disneyfans… man kann es sich ja vielleicht fast schon denken, um was es gehen könnte… ja, und mir läuft auch das Wasser im Munde zusammen…

“Tangled” – Schmankerl, Leckerli bezeichnet es wie ihr es möchtet: Leo Sanchez Barbosa, der auch schon beim süßen Disney-TV-Weihnachtsspecial “Prep & Landing” und “Bolt” für das Character Modeling zuständig war, wird auf dem 17. Trickfilmfestival erste Einblicke in Disneys kommenden CGI-Märchenfilm “Rapunzel” (HOFFENTLICH bleibt es bei dem deutschen Titel!) geben. Der Teasertrailer zu “Rapunzel” ist schürt so dermaßen die Neugier und Spannung, dass man nur hoffen kann, in dieser Präsentation endlich neue Bilder in die heißerwartete Disneyproduktion zu sehen zu bekommen. Auf deutschem Boden ist das sicherlich mehr als exklusiv!
Samstag, 8. Mai, 15:00 Uhr

The Simpsons


Auch für Simpsons-Fans ist dieses Jahr auf dem ITFS etwas Schickes dabei: David Silverman, Animationszeichner und Regisseur der ersten Simpsons-Folgen und Regisseur des Simpsons Movie, wird exklusiv anwesend sein und sowohl die Open-Air-Vorstellung von The Simpsons Movie als auch die große Simpsons-Kultnacht hosten, auf welcher Silverman viele Spots der Simpsons zeigt und auch sicherlich aus dem Nähkästchen plaudern wird. Für Disneyfans ist Silverman auch nicht ganz uninteressant, schließlich ist er Co-Regisseur bei Die Monster AG gewesen.
Open-Air “The Simpsons Movie” – Donnerstag, 6. Mai, 21:00 Uhr
Simpsons-Kultnacht – Samstag, 8. Mai, 0:00 Uhr

Neben den ganzen Disney-, Pixar- und Simpsons-Highlights gibt es auch zahlreiche andere interessante Präsentationen und Screenings. So wird das neueste Meisterwerk des japanischen Animationskünstler Hayao Miyazaki “Ponyo” erstmals in Deutschland gezeigt, sowie auch der Stop-Motion-Film “Der fantastische Mr. Fox”. Auch eine exklusive Preview von “Iron Man 2″ noch vor offiziellem Kinostart gehört zum umfangreichen Festivalprogramm.

Weitere Infos zu Festivalpässen (für Studenten schon für 47 EUR für alle(!) Events zu haben), Ablauf, Veranstaltungsorten und Festival in Stuttgart gibt es unter www.itfs.de
Und bei dem breiten und vielfältigen Programm sollte man nicht zu lange zögern – da tröstet das auch hinweg, dass zum weltgrößten Trickfilmfestival in Annecy sogar dieses Jahr die Disneylegenden John Musker & Ron Clements kommen.
Bin da. Wer noch?

Toy Story 3 – Synchronsprecher, alles auf Anfang, bitte!

Jaja, ich hab ihn nicht vergessen, meinen Blog. Ich habe auch euch nicht vergessen, meine Leser. Und ja, es gibt mit auch noch, sonst würde ich ja euch auch nicht schreiben. Ich würde ja euch am liebsten täglich mit News versorgen, aber wäre da nicht meine umfangreiche und zeitintensive Abschlussarbeit meines Studiums, die zusätzlichen Projektarbeiten… ich gelobe Besserung und möchte auch nicht großartig um Mitleid betteln, da muss schließlich jeder Student eben durch. Geronimo!

Statt Jammern gibt’s dafür eben dafür endlich mal wieder neue Artikel: Gestern hat Walt Disney Studios Deutschland enthüllt, dass keine geringeren als das deutsche Comedy-”Trio Infernale” Michael “Bully” Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian den Spielzeugen in “Toy Story 3″ ihre Stimme verleihen. Juhu, schon wieder ein überstürztes Promi-Casting für einen Disney-Animationsfilm, würde sich hier ein Schelm denken. Schließlich waren die Synchronstimmen in Disneys “Küss den Frosch” in den Hauptrollen auch mit einer großen Riege von deutschen Mehr-oder-Weniger-Promis besetzt, die ihren Job dementsprechend auch mehr oder weniger gut gemacht haben. Und jetzt auch Toy Story 3?

Nun ja, sind wir eben nicht so Schwarzseherisch, oder? Schließlich hat man sich damit keine Jazzsänger oder Sportstars ohne Schauspielerfahrung geangelt, sondern Schauspieler und Comedians, die schon über viel Synchron- und vorallem Disneyerfahrung verfügen. Michael “Bully” Herbig hat in Disneys “Ein Königreich für ein Lama” schon einen wundervollen König Kuzco gegeben. Auch Christian Tramitz ist sicherlich vielen noch als Clownfisch Marlin aus “Findet Nemo” oder dem Superhund “Bolt” im Ohr, während Rick Kavanian “eine fabel’afte” Luigi in “Cars” und das monochrome Zebra “Marty” in den “Madagascar”-Teilen synchronisiert hat. All das sind doch eigentlich perfekte Voraussetzungen für “Toy Story 3″.

Eigentlich. Denn Michael Herbig hat hier die größte Bürde zu tragen: Er übernimmt in der dritten Forsetzung des Spielzeug-Animationsfilms keinen geringeren als Cowboy “Woody”, der in den ersten Teilen von Synchronlegende Peer Augustinski (u. a. Synchronstimme von Robin Williams und eine Idealbesetzung des Genies in “Aladdin”) einfach fabelhaft verkörpert wurde. Dass “Bully” in diese großen Fußstapfen tritt, ist nicht nur absolut schwierig, sondern grenzt von meinem Standpunkt aus schon fast an das Unmögliche. So sehr Herbig das Zeug dazu hat, komödiantische Synchronparts zu übernehmen: Woody ist mehr als nur das. Die Vorstellung, dass Woody ein lautes “Boom, Baby!” á la Kuzco herausbringt… yikes. Alleine schon Augustinskis “Andy”-Seufzer, wenn Woody über Andys schnelles Erwachsenwerden mal wieder trauert, sind schon beinahe Trademarks von Augustinski, wenn man so möchte. Ich lasse mich im Kino wirklich sehr, sehr gerne eines Besseren belehren. Die Skepsis in diesem Punkt ist aber einfach zu groß.

Besser sieht es da schon bei Kavanian und Tramitz aus: Während Kavanian dem Spielzeugdino “Rex” das Sprechen “neu” beibringt, darf Tramitz dem neuen Charakter “Ken” (Ja, genau DER Mattel-Plastikkopfblondfrisur-Ken) neues Leben einhauchen. Bei beiden Parts kann ich mir sogar sehr gut vorstellen, dass Kavanian und Tramitz ihre Sache ziemlich gut machen werden. Vorallem Tramitz als Ken ist schon allein in der Vorstellung bei DIESER Szene sicherlich mehr als passend:

(In diesem Trailer wurden die Stimmen von anderen Synchronstimmen übernommen, die “richtigen” Aufnahmen beginnen im Mai)

Von einem Glücksgriff kann man in Verbindung mit dem Massenpublikum sprechen: Die drei Comedians aus der “Bullyparade” sind sicherlich für viele Normalbesucher ein Grund, sich diesen Film anzuschauen und ziehen einfach. Ja, man kann auch sagen, dass sie frischen Wind in die Reihe bringen. Wie frisch und gelungen dieser sein wird, erfahren wie dann im Juli. Wir werden sehen, wie die Besetzungsänderungen bei eingefleischten Fans ankommen werden. Am 29. Juli 2010 kann man sich in “Toy Story 3″ in Deutschland überzeugen.