
Jubel für den norwegischen Siegerbeitrag – 2010 auch für Deutschland?
Der Eurovision Song Contest 2009 ist nun vorbei, Alexander Rybak bereitet sich auf eine Reihe großer Termine und Auftritte für seine baldige internationale Karriere vor. Eigentlich gibt es nichts mehr zu berichten und ich persönlich hatte meine Beitragsreihe auch mit dem großen Bericht zum ESC-Finale in Moskau abgeschlossen. Eigentlich.
Radikal neue Wege beim Song Contest
Wären da nur nicht die großen Diskussionen, warum Deutschland mit „Alex swings, Oscar sings!“ trotz professioneller Darbietung so schlecht abgeschnitten hat und was man denn noch alles tun müsse, damit Deutschland im internationalen Song Contest wieder unter die Top 10 gelangt. Der Hauptgrund meines Beitrags bezieht sich besonders auf die Aussage des ARD-Koordinators Thomas Schreiber in einem Bericht über die Reaktionen auf eurovision.ndr.de:
„Für uns heißt das: Wir müssen beim Eurovision Song Contest radikal neue Wege gehen. Wie die aussehen, werden wir sehr bald präsentieren“
„Radikal neue Wege“ – ist das nun ein großes, aussichtsreiches Versprechen oder soll man diese Aussage gar als Drohung verstehen? Fakt ist: Wenn der NDR nächstes Jahr neue Wege gehen wird, fällt womöglich die interne Juryentscheidung, wie sie in diesem Jahr stattgefunden hat, komplett weg. Man wird gemerkt haben, dass hinter einer internen Juryentscheidung weniger Menschen hinter einem Act stehen als vielleicht bei einer großangelegten Mediaaktion wie den früheren Vorentscheidungen in der ARD.

Juryfavorit Oscar Loya – Nächstes Jahr will man neue Wege gehen
„Radikal neue Wege“ könnte der NDR nächstes Jahr tatsächlich gehen: In einigen Interviews im Vorfeld konnte man schon heraushören, dass man sich bezüglich des Vorentscheidsystems komplett neu orientieren wolle. Es wurde ebenfalls angedeutet, dass man sich vorstellen könnte, eine Doku-Soap à la „Popstars“ und „Deutschland sucht den Superstar“ für den Vorentscheid zu produzieren. Das wäre eine Drohung.
Eher ein Versprechen ist allerdings die heutige Meldung des Tages in der Süddeutschen Zeitung, dass der ARD künftig mit dem Privatsender ProSieben kooperieren möchte. Anlaufstelle ist natürlich hier der sehr beliebte Bundesvision Song Contest, der von Showmaster und Comedian Stefan Raab ins Leben gerufen wurde. Dieses Event wurde von Raab konzipiert, nachdem er über die Platzierung mit seinem Beitrag beim Eurovision Song Contest mit Max Mutzke („Can’t wait until tonight“) unzufrieden war. Aus Trotz dachte sich da vielleicht wohl Raab: „Wenn ich da nicht gewinnen kann, mach ich eben meinen eigenen Song Contest, pah!“. Heraus kam der Bundesvision Song Contest. Und genau dieses Event soll eventuell nächstes Jahr den neuen, deutschen Vorentscheid zum ESC bilden – welch Ironie.
Stefan Raab als „Retter“ des Eurovision Song Contests?
Heute findet eine Konferenz der ARD-Programmchefs statt, wie im Falle „Eurovision Song Contest“ weiter vorgegangen werden soll. Anscheinend sollen laut Schreiber „die letzten Details geklärt [werden]“ und das spricht schon für einen sehr vorangeschrittenen Status der Aktion „ESC-Vorentscheid 2010″.
Ich bin sehr gespannt, aber bin absolut für eine „Rettung“ des Contests durch Stefan Raab. Erst Samstag Nacht dachte ich mir nach der Punktevergabe: „Die sollen doch einfach den Raab wieder hinschicken!“. Stefan Raab hat in der Vergangenheit eine hohe Trefferquote mit seinen Beiträgen erzielt: Platz 7 für „Piep Piep Piep“-Guildo Horn, der ganz Deutschland in eine wahre ESC-Euphorie versetzt hatte; Platz 5 für seinen eigenen Auftritt mit der Ulk-Disco-Nummer „Wadde hadde dudde da“, die wirklich gut in Europa ankam; und natürlich Platz 8 für Max Mutzke mit seinem träumerisch-souligen „Can’t wait until tonight“. Alle Songs waren außergewöhnlich, unterhaltsam, überraschend gut – und vorallem eines: authentisch. Ob diese Kombi den ESC retten könnte? Ja, die Chance ist sicherlich gegeben und um Welten größer als die Irrwege, die man in den letzten Jahren ging. Daher ganz klar: Raab for Eurovision 2010! Vielleicht klappt es dann wieder mit der Top 10, Deutschland.
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